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Tipps und Tricks fürs Biken mit Kids

Tipps und Tricks fürs Biken mit Kids

Karen Eller und Holger Meyer sind Biker der ersten Stunde. Die ehemaligen Bike-Profis sind in der Szene schon lange etabliert und als Mitglieder der deuter Bike Family wertvolle Impulsgeber. Auch der Nachwuchs, Leni und Lois, tritt in die großen Fußstapfen und zählt zu den verheißungsvollen deutschen Bike-Talenten. In diesem sehr persönlichen Interview teilt Karen ihre Erfahrungen, wie man Kids ans Biken heranführt, worauf zu achten ist und wie aus anfänglichem Verzicht eine große Bereicherung wird.

Was ist euer Geheimnis? Wie habt ihr eure Kids ans Biken herangeführt und was waren die essenziellen Stellschrauben, um die gemeinsamen Familien-Bike-Erlebnisse nicht in Meutereien enden zu lassen?

Karen: „Biken ist unser Hobby, unser Beruf und unsere Leidenschaft. Bei uns daheim dreht sich alles um dieses Thema. So hatten die Kids eigentlich keine andere Wahl, als sich auch damit zu beschäftigen. Als die Kinder kamen, haben wir als Eltern nicht viel an unserem sportlichen Tagesablauf geändert. Wir haben sie auch bereits früh zu unseren Events mitgenommen. Dadurch wurden sie permanent mit diesem Thema konfrontiert. Sicher hatten wir auch großes Glück, dass beide Kinder Interesse gezeigt haben. Deshalb „mussten“ wir auch nur selten Druck ausüben. Der Wunsch zu biken, skizufahren oder gar Wettkämpfe zu bestreiten kam immer von ihnen selbst. Holger hat einen super Job gemacht. Er hat beiden Kids das Biken sehr spielerisch beigebracht. Die Touren wurden demnach so ausgewählt, dass sie nicht zu lange waren und immer ein cooler Trail integriert war. So hatten die Kids Spaß. Ich dagegen war anfangs eher etwas vorsichtig, wollte sie gerne vor dem Stürzen bewahren. Mittlerweile habe ich allerdings eingesehen, dass ich es nicht verhindern kann und es deshalb das Beste ist, ihnen beizubringen in sich selbst hineinzuhören. Die Fähigkeit auf den eigenen Körper zu hören und zu verstehen, ob man müde ist, k.o., Hunger hat oder zu wenig geschlafen hat, ist immer noch die beste Prävention. Das machen beide Kinder mittlerweile sehr gut. Allerdings haben auch beide bereits Sturzerfahrungen gemacht, die beim Arzt und im Krankenhaus endeten. Der Druck auf alle wächst, sobald die Kinder zu Teenagern werden und in die Pubertät kommen. Da ist man erneut gefordert. Aber du weißt, dass sich alles gelohnt hat, wenn sie nach einer Tour ausgeglichen, zufrieden lächelnd und k.o. nach Hause kommen.“



Ihr habt viel Erfahrung sammeln können, wie man als Familie gemeinsame Abenteuer unternehmen und dennoch jeder einzelne dabei maximalen Spaß haben kann. Ihr habt sogar ein Buch „Mountainbiken für Kids“ dazu geschrieben! Kannst du uns eure wichtigsten Tipps zusammenfassen?

 

Richtige Auswahl der Tour

Karen: „Wenn man in sich hinein hört, weiß man intuitiv, ob eine Tour zu lange für die Kids ist oder nicht. Generell sollten die ersten Touren auf jeden Fall kindgerecht geplant werden. Dabei sollten spannende, leichte Trails integriert werden, damit sich ein Erfolgserlebnis einstellt und der Spaß von Anfang bis Ende an erster Stelle steht. Auch sollte man immer eine etwas kürzere Variante wählen, die gegebenenfalls noch ausgeweitet werden kann. Natürlich sind auf den geplanten Touren immer viele Pausen einzuplanen. Somit zieht sich alles. In den Anfängen ist da viel Geduld gefragt. Ich musste oft meinen eigenen Anspruch sehr weit zurückschrauben. Aber das kann sich auch ganz schnell drehen. Nun springen mir unsere „Kleinen“ im Bikepark um die Ohren und auf sehr technischen, sehr anspruchsvollen Trails kann ich ehrlicherweise nicht mehr am Junior dranbleiben.“

 

Ausreichend Verpflegung

Karen: „Der Stoffwechsel der Kinder läuft auf Hochtouren, daher sollte ausreichend Essen mitgenommen werden. Ehrlicherweise finde ich die klassische Speck-, Salami- oder Käsesemmel am besten. Die hat sich immer schon bewährt. Zusätzlich sollte man Gummibärchen, Schokoriegel und Obst als schnelle Energiespender dabeihaben. Zum Trinken am besten nur Wasser mitnehmen.“

 

Intuitives Training und individuelle Motivation

Karen: „Wir haben mit den Kids nicht im klassischen Sinne trainiert. Es gibt auch keine standardisierten Trainingspläne oder Empfehlungen. Die Kids bestimmen selbst, je nach Größe, Alter, Willen, Motivation wie weit oder wie lange sie fahren wollen und können. Als Eltern kann man sich eigentlich nur anpassen. Ganz wichtig aber sind die richtigen Worte zur Motivation, die bei jedem Kind individuell sein können. Fahrtechnik trainieren Kids, die Spaß am Sportgerät haben, ganz von allein. Sie haben natürlicherweise meist eine optimale, neutrale Grundposition auf dem Bike. Vielleicht muss man ihnen kleine Tipps geben, wie z.B. im Stehen zu rollen oder die Finger bremsbereit zu platzieren sind. Der Rest kommt von allein. Viel schneller und automatisierter als bei uns Erwachsenen.“


 

Essenzielle Ausrüstung

Karen: „Für die ersten Versuche, muss es nicht gleich ein Fully sein. Jedoch sollte das Bike zur Körpergröße des Kindes passen. Außerdem sollten die Bremshebel an die Fingerhände angepasst werden können. Auch sollte man darauf achten, dass das Bike Profilreifen hat, mit denen man auch auf dem Trail Spaß hat. Eine Trinkfalsche am Bike ist gut. So lernen sie selbst zur Flasche zu greifen. Kleidung ist zweitrangig. Hier tun es bequeme Sportklamotten, eine Windjacke und ein dünnes Stirnband für die Ohren. Langfingerhandschuhe finde ich wichtig, weil sie bei einem Sturz die Handinnenflächen schützen. Protektoren empfehle ich nur, wenn sie auch passen. Es gibt mittlerweile aber von einigen Herstellern auch Knie- und Ellenbogenprotektoren für Kinder. Ein gutsitzender Kinderhelm ist sehr wichtig und Schuhe mit einem Profil, das gut auf den Pedalen haftet.“



Als Mitglieder der deuter Bike Familie arbeitet ihr eng mit uns in der Produktentwicklung zusammen. Für deuter ist es wichtig Produkte zusammen mit Athleten zu entwickeln und durch deren Feedback zu verbessern. Im letzten Sommer habt ihr gemeinsam mit euren Kids die neuen Sommer 2021 Bike-Rucksäcke getestet. Unter anderem den deuter Attack JR, den ersten Protektoren-Bike-Rucksack für Kids. Was ist euer Fazit zu diesem Rucksack?

Karen: „Unser Sohn Lois hat sich bislang komplett verweigert, einen Bike-Rucksack zu tragen. Alles was er benötigte, musste ich in meinen Rucksack stopfen. Bei zwei Kindern kommt da dann einiges zusammen. Deshalb haben wir dann angefangen den deuter Compact mit der kleinsten Literanzahl (6l) für die Kinder zu nutzen. Allerdings war das ganz klar ein Kompromiss. Der Rucksack ist für Erwachsene entwickelt und nicht für die Ergonomie eines Kinderrückens. Deshalb haben wir uns gefreut, dass nun ein Protektoren-Rucksack speziell für Kinder herausgebracht wird. Der deuter Attack JR hat im Test als erstes schon mal optisch super gefallen. Dennoch skeptisch wurde er im Bikepark getestet. Und schon nach der ersten Abfahrt kam von Lois der Kommentar: „Mensch, der rutscht und stört ja nicht mal beim Springen“. Das hat eigentlich schon gereicht, um ihn und uns von dem Rucksack zu überzeugen. Denn, wenn der Rucksack fest am Körper sitzt und damit nicht rutscht, dann sitzen auch die Protektoren an der richtigen Stelle. Lois ist viel allein im Wald, sie bauen Jumps und Drops und verbringen den ganzen Nachmittag dort. Mittlerweile packt er komplett selbstständig alles was er in seinem Rucksack benötigt: Schaufel, GoPro, Trinkflasche, Jacke, Brotzeit, Süßigkeiten, etc. All das und noch mehr findet im Rucksack Platz. Auch ist es super, dass das Material des Rucksacks echt widerstandsfähig ist. Denn die Kids nehmen keine Rücksicht drauf. Da kommt das Material auch schnell mal an die Belastungsgrenze.“

Mehr über den deuter Attack JR und unsere neuen Bike Rucksäcke findet ihr hier.

 

Mountainbike Kurse für Kids

Und wenn du gerne einen Kurs für dich und deine Kids buchen möchtest, haben wir einen Tipp für euch: Im Interview erzählt Sanne, die Inhaberin der Bike – Schule Trailglück ausführlich über ihr Erfahrungen und was ihr bei ihren Kursen wichtig ist.

Lies hier den gesamten Beitrag.