Saltar al contenido principal Saltar a la búsqueda Saltar a la navegación principal
cycling, bicycle, bike, mountain bike, cargo vehicle

Klimawandel und Lawinenbedingungen

Cabo Verde, ein echtes Bike Abenteuer 

Das Biken hier ist hart. Lange, staubige Anstiege bei hohen Temperaturen machen Shuttle-Support unerlässlich. Doch Cabo Verde-Shuttles sind anders: Reggae-Musik dröhnt aus den Boxen, während wir unsere Bikes auf einen Pickup laden. Auf der Holzbank oder dem Trittbrett findet jeder Platz.

Santiago ist kein typisches Mountainbike-Ziel – das macht es umso spannender.

unterwegs auf dem kingfisher trail

Ein anderer Trail der nächsten Tage heißt Kingfisher. Hier wartet tatsächlich ein kleines afrikanisches Trailabenteuer. Zu unserem Ausgangspunkt weit oben auf der Insel geht es wieder per Shuttle. Der Trail zieht sich durch steppenartige Landschaft erst flach dahin, es folgen einige schnelle Passagen ohne große technische Schwierigkeiten bis dann der Trail links ab in einen Canyon hinunterführt. Hier heißt es nun „Care“. Eine lose Steinwüste läßt unsere Bikes holpern. Ein kurzes Stück sehr technisches Stück macht weniger Flowspaß. Danach wird es richtig richtig episch. Auf einem abfallenden Grat verläuft der Trail über teils grobes teils staubiges Terrain immer Richtung Meer. Da wollen wir auch hin. Die Sonne grillt uns von oben.  Unser Ziel ist das Meer, genauer gesagt der Beach, von dem aus es kein Zurück mehr gibt. Ausser mit dem Boot. Der Trail führt in eine Schlucht. Die Vegetation wird anders, der Fluss lässt den Canyon um uns herum grün leuchten und die Bäume bringen kühlenden Schatten für uns aufgeheizte Biker. Ein schmaler Pfad schlängelt sich auf sandigem Boden Richtung Ozean. Und spuckt uns direkt an den Strand, eine traumhafte Sandbucht liegt vor uns. Wir reißen uns die verschwitzten Bikeklamotten vom Leibe und rennen in das kühle Nass. In diesem Moment tuckert das kunterbunte Fischerboot in die Bucht. Nelito, der Fischermann, winkt und begrüßt uns freundlich, während er sein Boot im richtigen Winkel zum Strand hält, damit wir aufladen können.  Der Seegang hat zugenommen und es ist gar nicht so einfach die Bikes auf dem Boot zu verzurren. Die Rettungswesten werden dafür missbraucht. Als alle an Bord sind, verteilt Nelito Angeln und sagt wir haben eine Stunde Zeit unser Abendessen zu fangen. Wild ist kein Ausdruck für das, was sich da vor uns auftut, als wir die geschützte Bucht Richtung offene See verlassen.  Die Wellen sind richtig hoch. Und das Boot richtig klein. Aber der Kapitän scheint alles im Griff zu haben. Als Surfer kennt er jede Bucht und jede Welle mit Vornamen. Sicher steuert er das Boot eine Stunde später in die Bucht von Tarrafal. Einen Fisch haben wir nicht gefangen, dazu war die Bootsfahrt zu aufregend. Als Abschiedsgeschenk übergibt uns Nelito einen riesigen Fisch, den er in weiser Voraussicht bereits auf der Hinfahrt geangelt hatte.  Zum Abendessen gibt es heute wieder Fisch vom Grill!

Auf nach Santiago

 Europa? Pustekuchen, die Kapverdischen Inseln sind seit 1975 eine eigene Republik außerhalb der europäischen Union mitten im Atlantik gelegen. Viel näher an Afrika als man denkt. Cabo Verde ist nicht gerade der Hotspots für Mountainbiker, man kennt die Inselgruppe eher als Windsurf und Kite Hochburg. Deshalb haben wir uns für Santiago entschieden. Denn die südlich gelegenen Inseln -zu denen auch Santiago gehört- sind geologisch etwas begünstigt. Der Vulkan hat hier mehr Material Richtung Himmel geschoben. Das gebirgige Zentrum ist regenreich und macht Santiago zur landwirtschaftlich produktivsten Insel, während die niedrigen Küstenregionen wüstenartig trocken sind.

Es ist gut, hier einen Shuttle Support zu haben. Denn es ist heiß und die Anstiege sind lang und staubig. Shuttle fahren in Cabo Verde ist aber nicht wie Shuttle fahren in Finale Ligure. Laute Reggae Music dröhnt aus den Boxen, während wir unsere Bikes auf die Ladefläche eines Pick Ups schieben. Die Holzbank daneben ist unser Platz. Die Anzahl der Bikes und der Passagiere ist nicht begrenzt. Es passen immer alle rein. Sogar das Trittbrett wird genutzt. Oben angekommen besprechen wir den nächsten Pickup Point mit unserem Shuttlefahrer.

Wir beginnen in der serra de malagueta

Unser heutiger Tag beginnt in der „Serra de Malagueta“, dem Nationalpark der Insel. Von hier starten einige Touren. Der erste Teil der Tour geht bergauf einer Schotterstraße folgend, die Aussicht zu beiden Seiten ist überwältigend, eine Hügellandschaft mit markanten Einschnitten und Canyons faltet sich zusammen bis hinunter zum Ozean. Hier oben ist die Vegetation dicht und erinnert an einen Dschungel weiter unten wird es karger und vulkanischer. Wir wechseln in den Abfahrtsmodus und es geht hinein in einen frisch freigeschnittenen Trail. Ein paar Locals befreien hier regelmäßig mit Machete und Säge die Trails von ihrem Winterpelz. Um so mehr Spaß macht die Abfahrt. Ein paar Spitzkehren halten unsere Geschwindigkeit unter Kontrolle, doch denn dürfen die Bremsen aufgehen. Der Trail schlängelt sich entlang des Bergrückens und hat jede Menge Flow kombiniert mit ein paar technische Passagen. Vorbei kommen wir an einzelnen verfallen aussehenden Hütten, aber hier leben Menschen, sie haben ein paar Quadratmeter Land drumherum urbar gemacht, und können sich so zum größten Teil selbstversorgen. Es wird immer das Gleiche angepflanzt, Mais, Bohnen und Kürbis, die drei leben in Symbiose miteinander, und brauchen kaum Pflege und wenig Wasser. Praktisch.

An einer der Hütten biegen wir nach links ab in einen kleinen Trail. Hier wird es technischer, Steinpassagen blockieren den Weg und ein paar enge Kurven gilt es zu meistern. Unten spuckt uns der Weg auf eine schmale Schotterstrasse, uns bis ins Dorf der „Rabelados“ bringt. „Rabelados“ heißt auf Creol so viel wie Rebellen. Die Einwohner hier haben jahrelang autark gelebt und sich nicht der portugiesischen Kolonialmacht und der katholischen Kirche unterworfen. Noch heute leben sie in einer Dorfgemeinschaft mit Schweinen Tieren und Landwirtschaft und sind unabhängig von der Gesellschaft. Sie sind und waren Rebellen.

Zurück an unserem wunderbaren Hotel checken wir den Surfspot nebenan. Sechs Jugendliche leben hier in einer Strohhütte. Es ist ein Sozialprojekt, die Surf Cabahna. Jeden Tag hat jemand anders Küchendienst, die Bewohner machen Schmuck aus Strandgut und bessern so die Gemeinschaftskasse auf. Ansonsten gehen sie Surfen oder eben biken. Abends gibt es Lagerfeuer und entspannte Sonnenuntergänge.

das musst du über die kapverden wissen

Das Revier: Die Kapverden liegen im Atlantik, ca. 570 Kilometer vor der Küste des Senegals und 1700 Kilometer südlich von den spanischen Kanaren entfernt. Von den insgesamt 15 Vulkaninseln sind neun bewohnt. Darunter die größte Insel Santiago mit der Hauptstadt Praia. Etwa so groß wie die Insel La Palma, hat Santiago zwar nicht die höchsten Gipfel des Archipels zu bieten, aber mit der ersten Bikestation in Tarrafal (an der Bucht mit dem schönsten Strand der Insel) die beste Infrastruktur mit Trail-Crew, Guides, Leihbikes und Shuttle. Höchster Punkt: Pico da Antónia (1392 m). Höchster Gipfel des gesamten Inselstaates: der immer noch aktive Vulkan Pico do Fogo (2829 m). Eine europäische Infrastruktur wie auf den Kanaren darf man auf den Kapverden nicht erwarten. Hier steckt der Tourismus noch in den Kinderschuhen. Cafés, Restaurants und Bars findet man auf Santiago nur in den Städten. Auch wer maximalen Trailkonsum bevorzugt, ist besser in anderen Locations bedient. Ein Bikeurlaub auf den Capverden ist immer ein Bikeabenteuerurlaub. Ein bischen Afrika, vielleicht nicht immer ganz perfekt geshapte Trails, ein wunderschönes Hotel, tolles Meer, bestes Essen, und Musik auf der ganzen Insel.

Beste Reisezeit: Die Kapverden werden auch die Inseln des ewigen Sommers genannt. Durch ihre Nähe zum Äquator gibt es Sommer wie Winter kaum Temperaturunterschiede. Am kühlsten ist es im Januar mit durchschnittlich 23 Grad, am wärmsten von August bis Oktober mit 29 Grad. Letzteres ist allerdings auch gleichzeitig die Regenzeit, die mit 2-3 Regentagen aber nicht allzu üppig ausfällt. Nur die Luftfeuchtigkeit ist in diesen Monaten ausgesprochen hoch. Am angenehmsten zum Mountainbiken sind die Monate November bis März/April. Dann hat auch das Meer noch Badetemperaturen von 20 Grad. Zeitverschiebung im Winter: zwei Stunden.

Sprache: Bis zu ihrer Unabhängigkeitserklärung im Jahr 1975 waren die Kaverden eine Kolonie Portugals. Bis heute ist die Amtssprache daher Portugiesisch. Gerade auf dem Land wird aber vor allem Kreolisch gesprochen. Mit Englisch kann man in den wenigen touristischen Spots von Santiago aber Glück haben. 

Währung: Den Cabo Verde Escudo zieht man sich am günstigsten am Flughafen vorort am Automaten oder am Bankschalter. 110 CVE sind derzeit umgerechnet 1 Euro. 

Unterkunft: Die schönste Strandbucht auf Santiago befindet sich bei Tarrafal, im Norden der Insel (Ponta de Atum). Hier wartet auch das Hotel King Fisher Village samt Bikestation und Surfschule. Fahrzeit vom Flughafen Praia an der Südküste: ca. eine Stunde. Info: king-fisher-village.com

Anreise: Von Deutschland aus fliegt Air Portugal täglich mit einem Stopp (via Lissabon) auf die Kapverden. Flugdauer insgesamt ca. 8 bis 11 Stunden. In den Wintermonaten bietet Tuifly von einigen deutschen Flughafen auch Direktflüge an. ACHTUNG: Der Reisepass muss bei der Einreise noch 6 Monate gültig sein! Das Bike sollte als Gepäckstück vor dem Flug angemeldet werden und kostet ca 100 Euro. Ein Biketransport mit der Airline und Shuttletransfer vom Flughafen zum Hotel ist unkompliziert.

Ausrüstung: Die Infrastruktur vor Ort ist mit einer professionellen Bike Station sehr gut. Wer sein eigenes Bike nicht mitnehmen möchte, kann auf aktuellste Scott Modelle zugreifen. Auch Protektoren, Rucksack und Helme gibt es zum ausleihen.

Kapverden-Trip mit Guide: Holger Meyer, deuter Ambassador, wird seine Abenteuer-Reise ab kommenden Herbst als geführte Tour anbieten. Termine: 10. – 16.11.2024 und 9.-15.2.2025. 
Alle Infos: dierasenmaeher.de

Comment area
Weitere Beiträge
  • Klimaschutzprojekte unterstützen
    Klimaschutzprojekte unterstützen
    1 de enero de 2025
    Ob wir wollen oder nicht: Wir alle verursachen täglich neue Treibhausgasemissionen und tragen damit zum menschengemachten Klimawandel bei.
    Mehr lesen
  • Kletterbegriffe erklärt
    Kletterbegriffe erklärt
    1 de enero de 2025
    Kletterbegriffe erklärt
    Mehr lesen
  • Textilbündnis deuter
    Textilbündnis deuter
    1 de enero de 2025
    „Klimaschutz – das geht uns alle an!“ insistiert Marco Huehn, Head of Quality Management & Corporate Social Responsibility bei Deuter.
    Mehr lesen
  • Mind the Bump
    Mind the Bump
    1 de enero de 2025
    Eine innovative Konstruktion, ein wohldurchdachtes Design und theoretische Präventionsmaßnahmen aller Worst-Case-Szenarios beweisen sich erst in der tatsächlichen Anwendung als funktionsfähig und nützlich – oder auch nicht. deuter testet daher seit jeher neue Produkte zusammen mit Athleten*innen und Bergführer*innen auf Herz und Nieren.
    Mehr lesen
  • Wandern vs. Trekking – Was sind die Unterschiede?
    Wandern vs. Trekking – Was sind die Unterschiede?
    1 de enero de 2025
    Wandern und Trekking sind zwei Aktivitäten, die auf den ersten Blick sehr ähnlich erscheinen. Beide beinhalten das Gehen in der Natur und erfordern eine gewisse körperliche Fitness. Du willst wissen, welche weiteren Unterschiede es zwischen Wandern und Trekking gibt und wo die Vorteile liegen? Das erklären wir dir hier!
    Mehr lesen
  • Traumhafte Skitour zur Glanderspitze über Gogles Alm
    Traumhafte Skitour zur Glanderspitze über Gogles Alm
    1 de enero de 2025
    Wir haben eine wunderschöne Skitour in den Ötztaler Alpen bei Landeck im Westen Tirols für euch rausgesucht – am Venet.
    Mehr lesen
  • Entspannter Schlaf im Camper
    Entspannter Schlaf im Camper
    1 de enero de 2025
    Entspannter Schlaf im Camper
    Mehr lesen
  • Wie Neugierde Berge versetzt.
    Wie Neugierde Berge versetzt.
    1 de enero de 2025
    Vier Mädels auf Tour durch die 4000er des Monte Rosa Massivs. 
    Mehr lesen
  • Slopestyler Max Mey
    Slopestyler Max Mey
    1 de enero de 2025
    n seinem eigenen Bikepark, Chesyland, baut Max selbst Sprünge und sitzt fast jeden Tag auf dem Bike. Wir haben ihn im Chesyland besucht und uns ein wenig wie Peter Pan im Nimmerland gefühlt – wo man nie erwachsen wird und alle Sorgen im Nu wie weggeblasen sind! 
    Mehr lesen
  • Die Kenia Bike Odysee
    1 de enero de 2025
    Die Kenia Bike Odysee
    Mehr lesen
  • Es muss nicht gleich der Jakobsweg sein: Mehrtages- & Hüttentouren sind auch für Wanderer mit weniger Erfahrung ein großartiges Erlebnis.
    1 de enero de 2025
    Packliste Hüttentour
    Mehr lesen
  • Eat Right While Trekking
    Eat Right While Trekking
    1 de enero de 2025
    Eating well in a mountain or wilderness environment can bring up some interesting challenges, particularly if it’s a multi-day or multi week adventure.
    Mehr lesen