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Teufel interviewt Aleksandra Skwarc

Warum es deuter nach Berlin zieht – Teufel interviewt Aleksandra Skwarc alias Bonnie

„Die Mixtapes, die ich schon ganz lange gratis unter meinen Freunden verteile, waren immer dazu da, um Neues auszuprobieren“, sagt Aleksandra “Bonnie” Skwarc. Bonnie begeistert nicht nur ihre Freunde, sondern auch Weltstars wie Jennifer Lawrence haben schon zu ihrer Musik getanzt. Zuhause ist Bonnie in Berlin, wo sie im Berghain schon für Lady Gaga eröffnete. „Etwas Neues ausprobieren“ wollten wir auch, als wir in Kooperation mit Teufel einen Rucksack und eine Kopfhörertasche designt haben.  Bonnie hat uns beim perfekten Sound geholfen und eine Playlist zusammengestellt. Für mehr Berlin-Feeling solltet ihr unbedingt in das nachfolgende Interview mit der inspirierenden Bonnie reinlesen.

Was macht Berlin für dich als Berlinerin so besonders?

Meine Liebe für das Nachtleben habe ich zwar in Hamburg entdeckt – dort habe ich die Wochenenden in House & Techno Clubs wie dem FRONT, UNIT und Opera House vertanzt, aber nachdem die Mauer gefallen war, habe ich mir immer öfter mein Taschengeld ins Hip Bag gepackt und bin nach Berlin getrampt. Im E-Werk, Tresor, Walfisch oder Planet habe ich die Freiheit kennengelernt, die mich und diese Stadt bis heute prägt. Berlin steht für Aufbruch, für das Neue, für Experimente. Und auf den Tanzflächen konnte man durch all das hindurch tanzen und in hunderte glückliche Augen schauen. Das ist es, was Berlin für mich besonders macht: Die Menschen. Und Berliner Clubs bieten eben die Möglichkeit, an so viele verschiedene und interessante Menschen zu geraten.

Seit 2006 wohne ich in Berlin und arbeite hier als freie Unternehmerin, DJ, Music Supervisor, Verlegerin und Booking Agentin. Weil ich so viel Nachts unterwegs bin fahre ich viel Taxi und mein Lieblings Small Talk-Thema ist dann: Wann darf man von sich behaupten, dass man ein Berliner_in ist? Einer sagte mal, „Nur wenn man hier geboren ist“. Ein anderer Fahrer sagte, dass man das „nach 10 Jahren Aufenthalt“ sagen dürfe. Ich weiß nicht, ob ich mich als Berlinerin bezeichnen würde. Just in diesem Moment, in dem ich dieses Interview beantworte, schaue ich kurz aus dem Fenster aus meinem Musikzimmer und sehe den Fernsehturm. Ich war noch nie da oben, vielleicht bin ich keine Berlinerin. Aber das Gute ist, man muss es hier nicht sein.

Was macht die Musikszene in Berlin so einzigartig?

Mit Sicherheit gehört das Heimatlose, die Fluktuation, das Internationale zu der Musikszene der Stadt. Musiker_innen kamen von überall her, lernten andere kennen und hinterließen gemeinsam Liebe, die noch heute auf den Straßen zu finden ist. Und es sind die Orte. Interessenterweise war dort wo heute das Teufel-Headquarter ist, mal das Linientreu. In den 80ern trafen sich in dem Club Musiker wie David Bowie, Depeche Mode und Nick Cave. Der Laden steht für die Anfänge dessen, was heute so wichtig ist: Clubs als Orte der Begegnung und Bewegung. Außerdem fanden sich hier auch Anfänge der elektronischen Musik, erst lief Dark Wave und ab den 90ern gab es auch Technopartys. So steht jeder Ort für eine Zeit. Ob Atari Teenage Riot, Peaches & Ihre kanadischen Musikfreunde Chilly Gonzales und Mocky, oder Fjaak aus Spandau – alles diese wichtigen Berliner Künstler stehen für eine Community, einen Ort, einen Stadtteil – letztlich auch eine Stadtpolitische Entwicklung. Wo gibt es Freiräume zum Erleben und Erschaffen? Die Frage ist essentiell für Berlins Musikszene. An Berlins Musiker_innen kann man immer auch den Stand der Stadt ablesen.

Wie klingt Berlin für dich?

Als erstes muss ich da an den Verkehrslärm denken, der ist  für mich immer weniger auszuhalten. Aber dann drehe ich eben die Musik lauter. Musikalisch ist Berlin zwar total divers, gehe ich durch die Straßen höre ich Cello-Spieler im Monbijou-Park und Kids aus deren Boxen Deutschrap schallt in Kreuzberg. Aber der populärste Sound und Anziehungsfaktor ist natürlich Techno. Das ist ja überall auf der Welt bekannt: Berlin gleich Berghain. Wir haben nicht nur international total wichtige Produzenten wie Dixon, Modeselektor, das Keine Musik Kollectiv, sondern auch Szene Stars wie Peggy Gou leben und wirken hier. Wichtig ist am Berlin-Sound einfach: Er muss in heiligen Beton-Hallen genauso gut funktionieren, wie auf den bunten Open Airs, die das Umland im Sommer ausmachen.

Wenn du Berlin mit einem Song beschreiben könntest, welcher wäre das?

Natürlich ist das „Berlin“ von Ideal. Da muss man nur mal die Textzeile über den legendären West-Berliner 80er-Jahre-Club Dschungel hören: „Mal sehn, was im Dschungel läuft, Musik ist heiß, das Neonlicht strahlt. Irgendjemand hat mir ’nen Gin bezahlt,  Die Tanzfläche kocht, hier trifft sich die Scene, Ich fühl‘ mich gut, ich steh‘ auf Berlin!“ Den Refrain muss man laut mitsingen, das was man dann fühlt, das ist Berlin.

Welche Songs dürfen auf keinen Fall in einer Berlin Playlist fehlen?

Geschichte, Gefühl und Gegenwart dieser Stadt – das wollte ich in meiner Playlist abbilden. Dabei müssen es Songs sein, die sich hier bewiesen haben, aber trotzdem nicht zu kommerziell sind. Klar, da steht David Bowie am Anfang, als ewiger Sehnsuchtspunkt für viele Musiker. Als er nach Schöneberg zog, hat er ganze drei Alben hier geschrieben, Wahnsinn! Aber dann lande ich natürlich recht schnell bei elektronischer Musik. Ihre vielen Facetten und ihre Ausprägung stehen für Berlin. Der Einfluss von Künstlern, die wenige Jahre nach Bowie groß wurden, wie Malaria oder Einstürzende Neubauten mit ihrem Industrial, New Wave war riesig. Auf alles was da kam: Von Acid House und Techno. Die Diversität der Stadt muss sich natürlich auch abbilden. Also wollte ich super zeitgenössischen Techno von Marcel Dettmann genauso dabei haben, wie einer meiner Lieblings-Popmusikerin Dillon. Ostgut Ton Bass von Efdemin neben einem ganz neuen Track vom Rapper Marteria, den er zusammen mit DJ Koze gemacht hat. Berlin ist liebevoll wie ein Song von RY X und auf die Fresse wie Moderat. Nachdenklich wie Die Nerven, pulsierend wie Nina Kraviz und süß wie die Love Hotel Band.

Hier kannst du reinhören: Sound of Berlin von Bonnie!

Wo kann man die beste Musik deiner Meinung nach hautnah in Berlin erleben?

Am besten mit einem verschwitzen Arm auf dem Tresen klebend. Oder sicher an einer Säule lehnend. Oder in der Körpermenge wabernd. Da gibt es ja für die verschiedenen Genießer-Typen genügend verschiedene Möglichkeiten. Wobei, Moment, gab muss es wohl heißen. Denn wer weiß, ob man in Berlin je wieder Musik erleben können wird, wie man es erleben durfte.

Wir haben seit 15 Monaten eine weltweite Pandemie und das kulturelle Leben steht seit Monaten still. Ich scrolle nachts durch meine alten Instagram Stories und träume von Partys. Ich vermisse das alles schon sehr, bin aber natürlich super vorsichtig. Ich wünsche mir, dass die Locations wieder aufmachen können und sie diese immensen Umsatzeinbußen verkraften können. Besonders: Autistic Disco in der Schaubühne, Berghain, Prince Charles und die 8mm Bar.

Liebe Aleksandra, vielen Dank für deine Offenheit, die uns durch deine Augen dein Berlin eröffnet hat. Auch wenn wir jetzt vom Berliner Nachtleben nur träumen können – die Musik bleibt uns trotzdem. Also: Kopfhörer auf. Welt aus. Berlin an. Stay inspired!

Unser deuter x Teufel Bundle findest du hier auf www.deuter.com/teufel und auf www.teufel.de.

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