Nachhaltiges Reisen
Weißt du, wie du umweltfreundlicher zu deiner Bergtour kommen kannst?
Berggebiete sind empfindliche und komplexe Ökosysteme, die besonders anfällig für die Auswirkungen der globalen Erwärmung und steigender CO₂-Werte sind. Wir erleben zunehmend die Folgen: Alpine Routen verschwinden; Steinschlag, Erdrutsche und Lawinen nehmen immer mehr zu; Gletscher ziehen sich zurück; und die Artenvielfalt schwindet in erschreckendem Tempo. Aber was kannst du tun, um zu helfen? Übernimm Verantwortung für dein eigenes Handeln und passe dein Verhalten an. Für Outdoor-Fans wie uns ist klar, dass wir alles in unserer Macht Stehende tun müssen, um die Natur zu schützen – die Welt, in der wir unsere Träume ausleben dürfen. Neben vernünftigen Kaufentscheidungen, respektvollem Verhalten und anderen Anpassungen unseres Verhaltens können wir auch unsere Art zu reisen überdenken.

Vermeidung von CO2 steht im Fokus
Reisen ist ein heikles Thema, denn der beste Weg, CO₂-Emissionen zu reduzieren, ist, ganz auf Reisen zu verzichten. Aber oft haben wir keine andere Wahl. Deshalb solltest du immer gewissenhaft vorgehen und dich fragen, ob du auf die Reise verzichten kannst (z. B. mehrere Tage vor Ort bleiben, statt mehrere Fahrten zu unternehmen), alternative Verkehrsmittel wählen (z. B. Zug statt Auto) und/oder die Reise am Ende kompensieren kannst (durch Klimaprojekte).
Tipps für umweltfreundlicheres Reisen
Eine vom DAV (Deutscher Alpenverein) durchgeführte Reiseumfrage ergab, dass sich die Reisegewohnheiten der DAV-Mitglieder bei Bergtouren wie folgt darstellen:
- Nur 17 % nutzen öffentliche Verkehrsmittel, während über 71 % mit dem Auto anreisen
- Die durchschnittliche An- und Rückfahrstrecke bei Tagesausflügen beträgt 144 km, bei Mehrtagesausflügen 472 km
- Bergsportbegeisterte unternehmen im Durchschnitt pro Jahr 18 Tagesausflüge, 4 Mehrtagesausflüge und 1,4 Aufenthalte von > 7 Tagen
- Das bedeutet, dass ein durchschnittliches DAV-Mitglied ca. 5.456 km zurücklegt und 537,9 kg CO₂ pro Jahr verursacht
- 82,5 % dieser Emissionen stammen aus Autofahrten
Wenn man bedenkt, dass wir unsere Emissionen auf maximal 2 Tonnen CO₂ pro Person und Jahr begrenzen müssen, um die Ziele des Pariser Klimaabkommens zu erreichen, dann ist diese Zahl ziemlich hoch. Die Emissionen einer durchschnittlichen Autofahrt in die Berge machen ein Viertel unseres Jahreskontingents aus. Wie können wir diese Zahl also senken?
Öffentliche Verkehrsmittel nutzen und Fahrgemeinschaften bilden
Die Anreise zu unserem Ziel verursacht die meisten Emissionen. Hier können Änderungen also auch die größte Wirkung erzielen.
1. Gemeinsam fahren – Fahrgemeinschaften bilden
Fahrgemeinschaften sind eine tolle Möglichkeit, bestimmte Orte zu erreichen und dabei Benzin und CO₂ zu sparen. Schließe dich mit Freunden zusammen oder schau dir eine der vielen Mitfahrzentralen im Internet an.
https://www.alpenverein.de/natur-klima/mobilitaet/mitfahrgelegenheiten-in-die-berge_aid_33553.html
2. Mit öffentlichen Verkehrsmitteln reisen
Du wirst überrascht sein, wie einfach und entspannt das Reisen mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist. Heutzutage gibt es weitreichende öffentliche Verkehrsnetze, und in manchen Gegenden werden auch Busse oder Shuttle-Services zu beliebten Ausflugszielen in den Bergen angeboten.
Die genauen Verbindungen, Fahrpläne usw. kannst du über die Online-App oder die Website des Anbieters abrufen.
In den gesamten Alpen gibt es ermäßigte Fahrkarten wie das Bayernticket, das Regioticket oder Tageskarten usw. Bei längeren Strecken findest du oft Sparangebote oder erhältst Gruppenrabatte.
Hier sind einige Websites und Anbieter, die dir bei der Reiseplanung helfen:
Zuugle:
Diese Seite listet alle Bergrouten im deutschsprachigen Alpenraum auf, die mit Bahn und Bus erreichbar sind. Bis Ende 2023 soll der Inhalt auch auf Frankreich und Slowenien ausgeweitet werden. https://www.zuugle.de
Bahn zum Berg:
Ist die größte Plattform für den öffentlichen Nahverkehr bei Bergtouren in Österreich und Bayern. https://www.bahn-zum-berg.de/
Alpenverein:
Die Websites der deutschen, österreichischen und schweizerischen Alpenvereine (DAV, ÖAV, SAC) bieten viele Informationen zu umweltfreundlicheren Möglichkeiten, in die Berge zu reisen. Du findest dort jede Menge nützliche Infos
- https://www.alpenverein.de/Natur-Klima/Mobilitaet/
- https://www.alpenverein.de/natur-klima/wir-fuers-klima/machs-einfach/oeffentlich-auf-der-letzten-meile_aid_35194.htm
- https://www.alpenverein.at/portal/natur-umwelt/sanfte_mobilitaet/Mobilitaet.php
- https://www.sac-cas.ch/de/umwelt/bergsport-und-umwelt/mobilitaet/
Bahn-Websites:
- https://www.bahn.com/en
- https://www.oebb.at/en/
- https://www.sbb.ch/en/home.html
- https://www.thetrainline.com
Verkehrsverbände:
- https://www.bayern-fahrplan.de/en/journey-planner?set_language=en
- https://www.vvt.at/page.cfm?vpath=index&switchLocale=en_US
Busse:
Keine Ausreden mehr!
Die Vorstellung, dass es schlechte oder gar keine Verbindungen mit öffentlichen Verkehrsmitteln gibt, ist ein überholtes Vorurteil, das inzwischen schon oft widerlegt wurde. Diese detaillierte Karte der öffentlichen Verkehrsverbindungen zwischen Lindau (DE) und Salzburg (AUS), München (DE) und Brenner (IT) ist ein überzeugender Beweis dafür. Sie wurde von Michael Vitzthum aus München zusammengestellt und kann bei Interesse unter dav-panorama@alpenverein.de angefordert werden.
Das Reisen mit öffentlichen Verkehrsmitteln dauert vielleicht etwas länger, aber das wird durch Nachhaltigkeit und Stressfreiheit mehr als wettgemacht und ist zudem eine viel geselligere Option. Und wenn du es eilig hast, nun ja, dann bist du einfach zu spät aufgestanden.
Protect our winters

Nachhaltige Mobilität ist auch für unseren Partner „Protect Our Winters“ (POW) ein wichtiger strategischer Schwerpunkt. Gemeinsam setzen wir uns für einen Mobilitätswandel ein. Im Mittelpunkt steht die Umstellung auf öffentliche Verkehrsmittel und damit die Verringerung unseres persönlichen CO₂-Fußabdrucks. Schließlich liegt es an jedem Einzelnen, das, was wir alle lieben, für künftige Generationen zu bewahren.