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Wintersinfonie

Eine Winter-Sinfonie – Genuss-Skitouren in Graubünden

Zackige Grate, epische Anstiege und rasante Abfahrten im staubenden Pulverschnee – genussvolle Skitouren sind wie eine Sinfonie. Ein Winter-Trip im Herzen Graubündens – abseits der großen Skigebiete. Mit Anregungen für entspannte und sichere Bergabenteuer.

Sinfonien bewegen. Sie sind klanggewordene Bilder. Mehrere Sätze, unterschiedliche Szenen, ein Auf und Ab der Gefühle. So wie auch an diesem langen Tourenwochenende in Graubünden. Die Anreise führt durch Davos, die höchstgelegene Stadt Europas – im Winter ein quirliger Skiort, umgeben von Bergen, Seilbahnen und fetten Freeride-Spots. Nur einen Katzensprung weiter liegt Monstein, ein Walserdorf mit rustikalen, sonnengegerbten Holzhäusern. Hier scheint die Zeit stehengeblieben zu sein. Das Hotel Ducan, benannt nach dem höchsten Gipfel über dem Tal, verströmt von der Zirbenstube bis zu den traditionellen kleinen Holzschindeln am Dach den Charme des vergangenen Jahrhunderts. Ein ideales Basislager für Skitourengeher. Etwas oberhalb, am Ende der Dorfstraße ziehen wir, Anna und Jürg, die Felle auf und klicken in unsere Tourenbindungen. Der erste Aufstieg dieses Trips beginnt mit einem moderaten Andante. „Ccchhhrr, ccchhhhrr!“ Ein schleifendes Kratzen der Ski auf dem hartgefrorenen, harschigen Untergrund in Talnähe gibt den Takt vor. Es ist noch kalt und schattig an diesem Morgen. Kleine Dampfwölkchen entweichen unseren Lungen. Nach knapp dreihundert Höhenmetern ist die Oberalp erreicht – eine Ansammlung uriger Almhütten. Jetzt im Winter sind sie verwaist. Die Schneehauben auf ihren Dächern wirken fast wie Decken, unter denen sie es sich kuschelig gemacht haben.
 


Jenseits der 2000-Meter-Marke lassen wir die letzten Lärchen hinter uns. Das weite Hochtal öffnet sich wie ein alpiner Festsaal. Gipfel, wohin man sieht. Rechts, links, geradeaus. Darüber strahlt die Sonne. „Wow“, schwärme ich, „wem da nicht das Herz aufgeht …!“ Längst habe ich meinen Rhythmus gefunden, kann den Anstieg genießen. Als erfahrene Tourengeherin weiß ich: In meinem eigenen Tempo zu gehen, ist das A und O einer genussvollen Skitour. „Lass dich nicht hetzen, dann hast du mehr von der Tour.“
 


 

Nach einer Weile ist eine Kuppe erreicht. Ich öffne das Rückenteil meines Freescape Pro und hole die Thermosflasche heraus. Auch das regelmäßige Trinken ist so eine Grundregel, an die ich mich auf jeder Tour halte. Jürg scannt zwischenzeitlich schon mal die Route zum Gipfel ab. Das gut 3000 Meter hohe Älplihorn ist das Ziel. Gleich links steil direkt zum Gipfel oder in einer Schleife südseitig hinauf? Jürg muss nicht lange überlegen. Als erfahrener Touren- und Freeride-Guide hat er einen Blick fürs Gelände und mögliche Gefahren. „Südseitig hat sich der Schnee besser gesetzt“, sagt er. „Außerdem ist diese Variante weniger steil und angenehmer für den Aufstieg.“
 


 

Monstein – Gipfelmeer und Pulverrausch

Kaum ein Lufthauch regt sich an diesem Tag. Ideal, um die Gipfelbrotzeit mit Blick auf das unendliche Gipfelmeer der Albula Alpen, des Bergüns und der Silvretta in vollen Zügen zu genießen. „Die steilere Westflanke hat guten Pulver“, meint Jürg, als er die Ski zum Aufbruch klarmacht. Mich muss er von seinem Plan nicht lange überzeugen. Natürlich haben wir beide morgens den Lawinenlagebericht gecheckt. Stufe zwei heißt: Grünes Licht für die etwas anspruchsvollere Abfahrtsvariante. Dennoch prüfen wir das Gelände bei der Einfahrt in den ersten Hang nochmals ganz genau auf die Schneequalität. Wir haben Glück. Beim letzten Schneefall war kaum Wind im Spiel. Die Schneebrettgefahr ist minimal. Und so werden mit überlegter Linienwahl die Turns ins Tal zu einem berauschenden Allegro im funkelnden Pulver.



„Lass uns etwas links halten“, schlage ich nahe der Baumgrenze vor. Die Ruhe und Abgeschiedenheit auf Skitouren abseits der großen Skigebiete ist ein unvergessliches Erlebnis. Doch das erfordert auch Respekt vor der Natur. Rechts habe ich auf der Karte ein Wildschutzgebiet ausgemacht, um das ich ganz bewusst einen Bogen machen will, auch wenn dort im Gegensatz zur Hauptabfahrtsroute noch jungfräulich unverspurter Schnee lockt. Für viele Wildtiere sind die Winter im Gebirge lebensbedrohlich hart. Sie aufzuschrecken, kann im Zweifel bedeuten, ihnen überlebenswichtige Energiereserven zu rauben. Und so wie wir Skitourengeher es gerne ruhig wollen, will auch das Wild seine Ruhe haben. Sich der Natur gegenüber rücksichtsvoll zu verhalten und ökologische Verantwortung zu übernehmen, hört eben nicht beim Kauf nachhaltig produzierter Ausrüstung wie den deuter Tourenrucksäcken auf.
 

Fideriser Heuberge – klein, aber fein 



Zweiter Tag, zweiter Satz. Die Tourensinfonie erklingt heute zunächst in ganz sanften Tönen. Die Berge sind etwas weniger hoch, die Gipfel weniger schroff. Der Shuttle-Bus hat uns von Fideris im Prättigau in die Fideriser Heuberge gebracht. Ein kleines Familienskigebiet mit unzähligen Möglichkeiten für Genuss-Skitouren rundherum. Als Basislager dient eines der drei Berghotels, die hier im Hochtal auf 2000 Metern Höhe im Orchester mit unzähligen Heustadeln spielen. Nachts gemütlich im Zwei- oder Vierbett-Zimmer zu schlummern, statt auf einer Hütte das Massenlager mit Schnarchern zu teilen – auch das zählt zu den Pluspunkten auf dieser Tour de Plaisir. Doch jetzt ist erst mal Action angesagt. Ein Schlepplift verkürzt unsere Aufstiegszeit zum Chistenstein (2474 m) auf rund eine Stunde. Vor dem Gipfel wechselt die Wintersinfonie kurzfristig in ein dramatischeres Intermezzo. Im Nu haben wir unsere Ski mit den modularen Fixierungsriemen an unseren Rucksäcken befestigt. „So geht’s leichter“, meint Jürg. Die letzten Meter des steilen Gipfelgrates stapfen wir mit Ski am Rücken gen Ziel. Zeit für den nächsten Satz der Sinfonie: Weite Pulverhänge, rassige Rinnen – die Abfahrt wird zu einem leidenschaftlichen Appassionato. Noch abends schwärmen wir bei einem Glas feinem Merlot davon. Der ist im Gegensatz zu den Touren-Highlights kein Graubündener Gewächs. Er stammt aus den benachbarten sonnigen Lagen des Tessins.
 

Kleiner Aufstieg, ganz großes Abfahrtskino

Aller guten Dinge sind drei! Zum genüsslichen Ausklang haben wir für den letzten Tag ein besonderes Schmankerl ausgetüftelt. Eine Abfahrt mit minimalem Aufstieg und maximalem Abfahrtsspaß. Nur rund 400 Höhenmeter sind es vom Berghaus Arflina bis auf den Glattwang Gipfel. Ich löse das Helmnetz, mit dem ich meinen Freeride-Helm griffbereit außen am Rucksack befestigt habe, schließe den Kinnriemen. Ein letzter Check der Ausrüstung. Und dann tauche ich mit Jürg ein in eine grandiose Abfahrt: 1600 Höhenmeter am Stück. Ganz allein. Kein Mensch weit und breit. Ein furioses Finale im Pulverschnee – und mit ein paar letzten Firnschwüngen ins Tal. „Time for Panaché!“ – Auf der Sonnenterrasse des Talgasthofes setzen wir unsere Rucksäcke ab. „Cheers, auf drei Tage Genuss!“ lache ich. Noch einmal blicken wir hinauf zu den Gipfeln. Welch ein Schlussakkord dieser Tourensinfonie!

Auf unserem Graubünden-Trip hatten wir die deuter Rucksäcke Freescape Pro 38+ SL und Freerider Pro 34+ zum Testen mit dabei. Sie erwiesen sich als funktionelle und zuverlässige Tourenpartner mit genügend Stauraum für Kleidung und Ausrüstung bei Touren mit Übernachtung.

 

Tourenbeschreibung

Älplihorn (3005 m)/Monstein

Landschaftlich bezaubernde Skiwanderung mit vorübergehend steilem Gipfelanstieg, großartigem 360-Grad-Gipfelpanorama und zahlreichen Abfahrtsvarianten.
Höhenmeter: 1400 hm rauf/1400 hm runter
Schwierigkeit: mittel
Kondition: hoch

Chistenstein (2473 m)/Fideriser Heuberge

Der Chistenstein ist einer der wenigen felsigen Gipfel der Fideriser Heuberge und bietet mehrere Abfahrsvarianten von genussvoll bis rassig steil.
Höhenmeter: ab Skigebiet Fideriser Heuberge ca. 600 hm bergauf/800 hm bergab
Schwierigkeit: leicht bis mittel
Kondition: mittel

Glattwang (2376 m)/Fideriser Heuberge

Minimaler Aufwand – maximales Erlebnis. Die Tour von den Fideriser Heubergen zum Glattwang besticht mit kurzem Aufstieg und märchenhaften, langen Tiefschneeabfahrten. Ein Tipp auch für Freerider.
Höhenmeter: 400 hm rauf/1600 hm runter
Schwierigkeit: leicht bis mittel
Kondition: leicht

Eine gute Orientierung ist bei Outdoor-Abenteuern das A und O. Deshalb kooperiert deuter mit fatmap, einem der führenden Anbieter von Touren-Apps. Die App bietet drehbare Ansichten in 3 D – für ein realistisches Bild samt Steilheiten und Schlüsselstellen. So bekommt ihr auch von den Touren unseres Graubünden Skitrips einen hautnahen Eindruck.

 

Unterkünfte:

Hotel Ducan, Monstein
Das ideale Basislager für Skitourengeher ist benannt nach dem höchsten Gipfel über dem Tal und versprüht den Charme des vergangenen Jahrhunderts.

Berghaus Arflina
Das Berghaus Arflina ist umgeben von Gipfeln und bietet eine authentische und traditionsbewusste Unterkunft für alle Naturliebhaber, Sportler, Familien und Gruppen an.

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