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Pro-Rider Fabian Lentsch

Wie für den Pro-Rider Fabian Lentsch die Ferne zur Heimat wurde

Freeride-Pro Fabian Lentsch verliebt sich in ein Land und in eine Idee. Er verlässt die ihm vertraute Welt und lässt sich für ein Jahr im Iran nieder. Sein Ziel: Eintauchen in das Herz und die Powder-Lines dieses faszinierenden Landes. Dafür lernt er die Sprache und passt sich an die dortige Lebensweise und Kultur an. Über die Zeit und seine Erlebnisse wird er vom Touristen zum fremden Einheimischen. Doch als die militärischen Spannungen zunehmen und Covid viele Einschränkungen mit sich bringt, nimmt seine Reise eine unerwartete Wendung.

Fabi, gerade läuft beim Banff Mountain Film Festival dein neuer Film an: „A foreign native“ – frei übersetzt „Ein fremder Einheimischer“ – wie kommt es zu dem Titel?

In den letzten 10 Jahren war ich als Profi-Freeskier immer nur kurzweilig für verschiedene Filmprojekte in fremden Ländern unterwegs. Das waren spannende Erfahrungen, doch irgendwie sehnte ich mich nach einer neuen Herausforderung. Auf einer Reise hatte ich mich damals schon in den Iran verliebt. Die Kultur, die Sprache und die vielseitigen Möglichkeiten zum Freeriden zogen mich in den Bann. Und so entschied ich mich dafür zurückzukehren und in diesem fremden Land länger zu bleiben. Ich wollte Fuß fassen und die Sprache lernen, um zu sehen, wie weit bzw. ob es überhaupt möglich ist, meine Rolle als Tourist abzulegen und einheimisch zu werden. Diese Idee drückt der Filmtitel aus.

Exotische Locations sind in der Freeride-Skiszene schwer angesagt. Wie bist du auf das Ziel Iran gekommen? Und wie lange warst du dort?

Vor fast zehn Jahren fuhr ich zusammen mit zwei Freunden in einem alten Wohnmobil von Innsbruck bis nach Kirgisistan. Dabei war der Iran eines von vielen Ländern, die wir durchquerten. Vor der Abreise wusste ich so gut wie nichts über das Land, doch die kurze Zeit dort faszinierte mich so, dass ich seitdem regelmäßig zurückgekehrt bin und nun auch ein Jahr dort gelebt habe.

In deinem Leben zuvor als Pro-Rider bei der Freeride World Tour und als Protagonist bei Skifilmen wie „Snowmads“ drehte sich alles um die Jagd nach Powder und ein cooles Leben als Freeskier. Ist das in „A foreign native“ anders?

Land und Leute haben mich immer schon fasziniert, auch wenn dafür auf Filmtrips mitten in der Saison oft nur wenig Zeit blieb. Auch im Iran drehte sich bisher immer alles nur um Schnee und Lines. Doch dieses Mal filmten wir für ganze sechs Monate. Diese lange Zeit erlaubte uns auch andere Dinge abseits von Powder und Lines zu erleben und filmisch festzuhalten. So konnten wir auch meinen Prozess des „Einheimisch-Werdens“ dokumentieren.

Was bewegt dich immer wieder neue Wege in deinem Leben zu gehen?

Eben genau die neuen Erfahrungen, die ich auf diesen Wegen mache.

Der Iran wird im Westen meist als politischer und gesellschaftlicher Widersacher dargestellt. Wie waren deine Eindrücke aus erster Hand von den Menschen im Iran. Wie hast du sie wahrgenommen?

Die Iraner*innen sind das herzlichste und gastfreundlichste Volk, welches ich kenne. Politisch kann man das Land so und so sehen. Doch wie so oft sind Politik und das wirkliche Leben vor Ort zwei Paar Schuhe. Was mich am meisten begeistert, ist diese intensive Lebensfreude, die die meisten Iraner*innen an den Tag legen. Mir kommt oft vor, dass sie gerade aufgrund der strikten Regeln, politischen Instabilität, der Inflation usw. erst recht versuchen, jeden Tag voll auszuleben.

Was hast du bei deiner Iran-Reise über dich selbst gelernt?

Dass fast alles möglich ist, wenn ich nur die Zeit gut nütze und die notwendige Motivation aufbringe. Es war zwar ziemlich mühsam, Farsi zu lernen, doch der Zugang, den ich durch die Sprache zu den Menschen bekommen habe, war es allemal wert. Jetzt kann ich mir gut vorstellen, noch weitere Sprachen zu lernen und in Zukunft tiefer in fremde Länder und Kulturen einzutauchen.

Wie hat die Reise in den Iran dein aktuelles Leben beeinflusst? Wie sieht dein Leben aktuell in diesem Winter 2022 aus?

Die Reise hat meine Perspektive aufs Leben, den Zugang zu Kulturen und die Bedeutung von Heimat nachhaltig verändert. Das sind die geistigen Veränderungen. Aber auch ganz pragmatisch hat die Reise noch ihre Nachwirkungen: Mein Truck steckt aufgrund von Zollproblemen seit über eineinhalb Jahren immer noch im Iran fest. Das bedeutet, dass ich bei meinem aktuellen Projekt im Balkan mit der Filmcrew in einem VW California unterwegs bin. Das Hin und Her im kleinen Van ist nicht ganz einfach. Ich lebe also gerade aus der bzw. den Taschen, wie man so schön sagt.

Ein Jahr lang unterwegs sein … was hast du da alles dabei? Mit wie vielen Taschen und Rucksäcken bist du unterwegs?

Für die lange Zeit kam schon einiges zusammen. Ich hatte die komplette Ski-, Bike-, Gleitschirm- und Freedive-Ausrüstung dabei. Dazu kamen noch die alltäglichen Gebrauchsgegenstände. Und ein großes Sortiment an kleinen Daypacks, Skirucksäcken, großen Trekkingrucksäcken, um genug Equipment für die Winter Camps tragen zu können, Drybags, damit die wichtigsten Sachen vor Nässe geschützt sind, Duffel Bags und Wanderrucksäcken etc.

Worauf kommt es bei einem Skirucksack für ausgedehnte Skitrips deiner Meinung nach an?

Ich bin ein großer Fan von leichten Rucksäcken, die aber auch was aushalten. Während meiner langen Reisen und mehrtägiger Trips in den Bergen muss ich mich auf meine Ausrüstung und speziell auf meinen Skirucksack verlassen können. Er sollte gut am Rücken anliegen, etwas wasserabweisend sein, genug Optionen zum Befestigen von Skiern und anderem Material und schnelle Zugänge zu ein paar wichtigen Fächern haben. Das schätze ich am deuter Freescape Light mit dem ich aktuell auf meinen Touren unterwegs bin.

Wohin führt deine nächste Reise? Hast du schon konkrete Pläne?

Mein Plan wäre eigentlich gewesen, über längere Zeit im Snowmads Truck zu leben und über mehrere Jahre ganz langsam Richtung Osten bis zum Himalaya zu fahren. Aufgrund der Zollprobleme mit dem Truck schweben derzeit alle Pläne etwas in der Luft. Allerdings bin ich mir sicher, dass ich den Truck in den nächsten Monaten wieder bekommen werde. Bis dahin mache ich das Beste aus der Situation.

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