Mit Kind auf die Zugspitze – Abenteuer und Natur pur

Gipfelstürmer mit Schmusetier – mit Kind auf die Zugspitze

Die Zugspitze lockt jedes Jahr viele Wanderer auf ihren Gipfel. Da auch viele Familien das Wandern für sich entdeckt haben, sieht man auch immer mehr Kinder auf dem Weg zu Deutschlands höchstem Berg. So auch den 4-jährigen Sohn unserer Autorin.

Auf Deutschlands höchsten Berg?

Mein 4-jähriger Sohn fragte mich während einer Wanderung: „Mama, wie heißt der Berg da drüben?“ Es war die Zugspitze, der höchste Berg in Deutschland. „Da will ich rauf!“ sagte er voller Überzeugung. Wir kannten nur den Weg durch die „Hölle“, das Höllental, zur Zugspitze hinauf. Aus Erfahrung wussten wir, dass diese Strecke nicht in Frage kam mit unserem 4-jährigen Sohn. Doch es gibt Alternativen.

In zwei Tagen auf die Zugspitze

Uns war klar, dass wir für die Wanderung zur Zugspitze viel Zeit benötigen würden, da unser Jüngster auch Teile der Wanderstrecke selbst laufen wollte. Entdecken, spielen und Brotzeit machen gehört einfach dazu, wenn man mit Kindern unterwegs ist. Wir entschieden uns deshalb für die Tour von Ehrwald über das Gatterl zur Knorrhütte. Dort würden wir übernachten und am nächsten Tag zur Zugspitze weiter gehen. Der Plan stand fest, nun ging es an die Logistik.

Zugspitze im Blick vor der Knorrhütte
Die Zugspitze im Blick vor der Knorrhütte.

Die richtige Kraxe

Da wir seit 12 Jahren mit unseren drei Kindern in den Bergen unterwegs sind kam die Frage nach einer geeigneten Kraxe erst gar nicht auf. Die Deuter Kid Comfort 2 war seit jeher unser treuer Begleiter. Ich hatte nach der Geburt des zweiten Kindes noch zwei Kraxen von anderen Herstellern probiert,  da wir eine Zweite brauchten, aber die Deuter war einfach unschlagbar. Zu meiner großen Freude konnten wir uns für die Wanderung zur Zugspitze eine neue Deuter Kid Comfort 2 leihen. Die Weiterentwicklung in den letzten 12 Jahren war deutlich zu sehen und vor allem zu spüren! Unser Sohn sagte erstaunt: „Mama die ist ja viel besser als die Alte!“ Neuerungen wie ein verbessertes Sitzpolster, die Steigbügel, und das Kopfkissen sorgen für viel Komfort, der für unseren Kleinen sofort bemerkbar war.

Deuter Kid Comfort 2
Die Deuter Kid Comfort 2 bietet zahlreiche Funktionen, um die Wanderung mit Kind angenehmer zu gestalten. Der Schmusebär zum Beispiel ist immer mit dabei.

Der Anstieg zum Gatterl

Um 7.00 Uhr ging es am ersten Tag nach einem Eier-mit-Speck-Frühstück los. Von Ehrwald aus liefen wir einen unspektakulären Feldweg hinauf. Nach der Ehrwalder Alm begann dann der sehr schöne Weg zum schwierigsten Teil der Wanderung, dem Gatterl. Die Natur wurde rauh, die Pfade schmal, Menschen begegneten man kaum noch. Die Aussicht war hier schon grandios! Der Weg war gut zu gehen, unser Kleiner konnte viel laufen und war von den Kühen, Schafen, und der tollen Aussicht begeistert. Das „Gatterl“ ist tatsächlich ein Weidegatter, das an der Grenze zwischen Österreich und Deutschland steht. Die kurze und sehr steile Stelle vor dem Gatterl ist durch ein Drahtseil gesichert. Man sollte unbedingt schwindelfrei und trittsicher sein, wenn man diesen Weg auf die Zugspitze wählt. Kinder müssen mit einem Gurt am Drahtseil gesichert werden wenn sie selbstständig hinauf klettern!

Die Grenze zwischen Österreich und Deutschland nach der steilsten Stelle am Gatterl.

Natur pur

Nach dem Gatterl wurde die Umgebung hochalpin. Die Vegetation ist schon gering, die Baumgrenze längst überschritten. Gesteinsbrocken und Geröll machten gutes Schuhwerk unabdingbar. Wegweiser an den Steinen machen den kaum erkennbaren Pfad zur Knorrhütte kenntlich. Auch hier war unser Sohn vom Anblick begeistert und hat uns durch die Gerölllandschaft geführt, immer den bemalten Steinen nach. Der helle Fels des Wettersteingebirges und die blühenden Pflanzen waren ein ganz besonderes Erlebnis. Dazu die Stille und Einsamkeit; man genießt einfach Natur pur. Unser Sohn hat alles regelrecht eingesaugt, die Pflanzen und umliegenden Berge haben ihn fasziniert.

Eine Nacht auf der Knorrhütte

Auf dem Weg zur Knorrhütte haben wir viele Pausen gemacht, Steinmanderl gebaut, kleine Boulderfelsen erklommen und die Aussicht genossen. Unser Kleiner ist viel gelaufen und hat über ein Drittel der Strecke selbst zurückgelegt. An der Hütte angekommen gab es dann erst einmal einen sensationellen Kaiserschmarrn zur Stärkung. Dann noch am kleinen Quellwasserbecken plantschen, Steine stapeln, und Abendessen. Müde von der Wanderung konnten wir unseren Sohn früh ins Bett stecken. Er schlief sofort ein und durch bis zum Morgen. Nicht einmal das heftige Gewitter der Nacht konnte ihn stören! Am nächsten Tag ging es dann nach einem ausgiebigen Frühstück voll motiviert weiter.

Deutschlands höchster Berg

Der restliche Weg zur Zugspitze führt von der Knorrhütte über das Zugspitzplatt durch Geröllfelder und die Reste des einst großartigen Gletschers. Unser Sohn war in Hochstimmung und lief von der Hütte aus los. Als die Schneefelder zu sehen waren, war er nicht mehr zu bremsen. Es war für ihn ein unglaubliches Abenteuer, vor der Kulisse des imposanten Felsriegels durch die Schneefelder zu gehen und zum ersten Mal blaues Eis zu sehen. Für meinen Mann und mich war es eher ernüchternd, da wir uns noch erinnern konnten, als hier im Sommer nur Schnee und Eis lagen.

Die Schneefelder und Blaueis des Gletschers kurz vor der Zugspitze.

Am Zugspitzplatt angekommen war es dann nicht mehr still und einsam. Viele Wanderer und auch Touristen waren hier schon morgens um 10 Uhr unterwegs. Der letzte, steile Anstieg vom Platt zum Zugspitzgrat war regelrecht verstopft mit Menschen, manche von ihnen sichtlich unerfahren in diesem Gelände. Mein Sohn und ich zogen es deshalb vor, mit der Sonnalpin Bahn hinaufzufahren. Mein Mann ging zum schmalen Pfad, um den Aufstieg zur Zugspitze zu Fuß zu vollenden. Oben angekommen war die Aussichtsplattform proppenvoll mit Besuchern. Ein kurzer, einfacher Steig führt  von dort hinauf zum Gipfelkreuz. Das Bergidyll sucht man am Gipfel der Zugspitze vergebens. Für uns und unseren Sohn war es jedoch ein ganz besonders schönes Gefühl, dort oben zu stehen und den Weg zu Deutschlands höchstem Berg gegangen zu sein!  Als uns dann Wanderer, die wir auf dem Weg getroffen hatten, zum Aufstieg gratulierten, bekam unser Sohn vor Stolz ganz rote Backen!

Unser Fazit

Mehrtagestouren und Hüttenwanderungen mit Kindern sind gut machbar, wenn sie richtig geplant sind und man sich viel Zeit nimmt.  Bei uns ist es nicht nur bei der Zugspitze geblieben. Man sollte vor einer Mehrtageswanderung unbedingt einige kürzere Wanderungen machen, um sicher zu gehen, dass es wirklich allen Spaß macht und die Kleinen auch gerne dabei sind. Nicht zu unterschätzen ist das Gewicht, dass eine vollbepackte Kraxe mit Kind hat. Größere Stufen auf dem Wanderweg oder steile Passagen werden gerne zu großen Herausforderungen.

Kinder sollten zudem langsam an längere Touren gewöhnt werden. Eine gute, bequeme Kraxe ist unabdingbar! Und immer dran denken: die Kleinen sollten nicht zu lange darin sitzen. Außerdem haben sie mehr Spaß und erleben ihre Welt intensiver, wenn sie auch immer wieder laufen können. Auch wenn es manchmal nervt, das Kind im 10-Minuten-Takt aus der Kraxe zu heben: beim Wandern mit Kids geht es um die Freude an der Natur und der Bewegung, auch für die Kinder. Daher immer mehr Zeit einplanen und Raum für Spiele und Entdeckungen lassen. So werden längere Touren zu schönen Familienerlebnissen, die man gerne wiederholen möchte.

Natur pur durften die tapferen Gipfelstürmer entlang des Weges auf den höchsten Berg Deutschlands genießen.
Natur pur durften die tapferen Gipfelstürmer entlang des Weges auf den höchsten Berg Deutschlands genießen.