Mountainbike-Transalp – die Königstour über die Alpen

Mit dem Bike über die Berge: Richtig vorbereitet für die Transalp

Dank der Vielzahl an möglichen Routen über die Alpen bleibt der Traum einer Transalp nicht nur Profibikern vorenthalten. Doch was muss man bei der Planung beachten? Wie bereite ich mich auf meine Transalp vor? Und was verrät uns ein Bikeprofi zur Transalp?

Über die Alpen – Richtige Planung ein Muss

Eine Alpenüberquerung ist, wenn sie richtig geplant ist, eines der großartigsten Erlebnisse eines Bikers. Die Planung beginnt zunächst mit der geeigneten Route. Dazu sollte man seine eigene Kondition, sein Fahrkönnen, sowie Navigationsfähigkeiten gut einschätzen können. Es gibt für jede Könnerstufe einen Weg über die Alpen. Die klassische Einsteigertour ist sicherlich die „Via Claudia Augusta“ von Ehrwald an den Gardasee. Man muss auf der gesamten Strecke nur etwa 4000 Höhenmeter in 7 Tagen hinauf. Auch fahrtechnisch ist die Route gut zu bewältigen.

Wer es ganz hart mag kann sich die schwierigsten Passagen über die Alpen auch selbst zusammenstellen. So hat Deuter-Athlet Hans „No Way“ Rey eine Route von Schwangau an den Gardasee befahren, die als eine der Schwersten unter den Alpenüberquerungen mit insgesamt knapp 13.500 Höhenmetern und vielen fahrtechnisch harten Passagen gilt. Der Kreativität und Schwierigkeit sind also keine Grenzen gesetzt.

Die Navigation muss gelernt sein

Neben dem eigenen Fahrkönnen und der Kondition sollte man auch die Navigation im Griff haben. Man muss auf jeden Fall Karten lesen können und sicher in der Handhabe des GPS sein. Deuter-Athlet und Bikeprofi Gerhard Czerner sagt dazu: „Grundlage der Navigation ist immer die Karte. Ohne diese würde ich niemals auf eine große Tour gehen. Ihr geht niemals die Batterie aus und sie hat nie technische Probleme. Als Ergänzung erleichtert ein GPS gerät die Navigation bei der Fahrt ungemein, denn man muss nicht immer stehen bleiben. Unabdingbar ist das Üben des Umgangs mit dem GPS. Wer auf Tour das erste Mal mit dem Gerät arbeitet ist meist überfordert. Daher schon zuhause viel damit arbeiten, dann kennt man die Eigenheiten und Funktionen des Gerätes wenn es darauf ankommt. “

Wichtig ist auch, dass man das Wetter nicht missachten sollte, denn es kann einem einen Strich durch die Planung machen. Bike Profi Gerhard Czerner sagt dazu: „Ich lege mir immer einen Plan B zurecht. Wenn das Wetter mal so schlecht ist, dass ich nicht über einen bestimmten Pass komme oder die Wege unfahrbar werden, sollte ich eine Ausweichmöglichkeit kennen. Wo sind Alternativen, wo gibt es niedrigere Übergänge?“

Mit Wetterumschwüngen ist in den Bergen immer zu rechnen. Deshalb gehören Regenkleidung und Plan B zur Ausrüstung jedes Alpenüberquerers.

Training als wichtige Voraussetzung

Eines ist klar: auch die einfachste Alpenüberquerung ist ohne Training nicht machbar. Man sitzt tagelang mehrere Stunden auf dem Sattel, muss fahrtechnisch anspruchsvolle Passagen meistern oder das Bike sogar schieben. In höheren Lagen wird das Ganze dann richtig anstrengend. Deshalb gilt: Grundlagentraining unbedingt mit Kraft-Ausdauereinheiten ergänzen und an der Fahrtechnik feilen. Man sollte auch das Sitzfleisch abhärten. Die Belastung auf den Allerwertesten mit Rucksack und langen Tagen im Sattel in unebenem Gelände sind nicht zu unterschätzen!

Unser Deuter Bike-Profi Gerhard Czerner sagt dazu: „Das Wichtigste ist, im Vorfeld lange Touren mit vielen Stunden im Sattel zu fahren. Sechs Stunden Fahrzeit am Tag sind keine Seltenheit auf einer Transalp. Daran muss sich der Körper gewöhnen. Daher die Feierabendrunde am Wochenende mit langen Touren ergänzen und auch mal zwei, drei Tage am Stück fahren, also die Pausenzeiten zwischen den Einheiten reduzieren. Auf Tour ist wichtig, immer kraftsparend unterwegs zu sein und nicht so sportlich wie die Trainingsrunde am Abend zuhause.“

Ausrüstung – leicht und funktionell

„So wenig wie möglich, so viel wie nötig.“ Das ist bei der Ausrüstung für eine Transalp kein lahmer Spruch, sondern oberstes Gebot beim Packen. Das wichtigste ist zunächst ein geeigneter Rucksack. Er sollte möglichst leicht sein ohne am Komfort zu sparen. Immerhin hat man ihn stunden- und tagelang auf dem Buckel. Dabei sollte man auf eine gute, kompakte Passform achten und ein durchdachtes Rückensystem. Der Deuter Trans Alpine macht vor, wie es geht: je nach Modell hat man mit 24 bis 32 Litern Platz für alles Nötige. Ein ausgeklügeltes Rückensystem sorgt für hohen Tragekomfort und sehr gute Belüftung, die Schulterträger sind ergonomisch geschnitten und sitzen reibungsfrei. Die Tatsache, dass hier Bikeprofis wie Andi Heckmair, Urvater und Erfinder der Transalp oder Gerhard Czerner, Expeditionsbiker und Mountainbike-Experte bei der Entwicklung dabei waren, spürt man beim Tragen.

Trans Alpine 28 SL
Der Transalp-Spezialist: Den Trans Alpine gibt es als SL-Modell speziell für Frauen, erkennbar an der gelben Blume (Trans Alpine 28 SL)…
Trans Alpine 24
…und als reguläres Modell in unterschiedlichen Farben und Größen, hier der Trans Alpine 24. Außerdem ist eine Pro-Version mit ausgeklügelter Ausstattung für höchste Ansprüche erhältlich, jeweils für Männer und Frauen.

Man sollte die 8-Kilo-Grenze beim Packen nicht überschreiten und leichte, funktionelle Bekleidung wählen. Es ist zudem hilfreich, Werkzeug, Ersatzteile und Pumpe am Rahmen des Bikes zu befestigen oder in den dafür vorgesehenen Werkzeugfächern im Rucksack verstauen. So ist alles griffbereit, falls es doch einmal zu einer Panne kommen sollte. Auch ein Erste-Hilfe-Set gehört zwingend ins Gepäck.

Erste Hilfe
Erste Hilfe leisten zu können gehört auf einer Transalp mit dazu.

Den Rucksack sinnvoll bepacken

Bei Toilettenartikeln ist es sinnvoll, kleine Fläschchen zu besorgen oder Probepackungen aus Magazinen in den Wochen vor der Transalp zu sammeln. Manches kann auch unter Fahrpartnern aufgeteilt werden. So packt einer z.B. die Sonnencreme ein und der andere Ersatzbatterien. Profibiker Gerhard Czerner sagt dazu: „Der Bedarf an Ausrüstung auf einer Transalp ist sehr individuell. Er ist abhängig von der Strecke, den Übernachtungen und noch wichtiger vom Komfortbedürfnis des Einzelnen. Was für den einen “ noch geht“ ist für den anderen schon zu kalt, zu nass, zu unbequem etc. “ Gerhard hat hier ein paar Tipps zum Packen zusammengefasst.

Bei einer Transalp lernt man sich selbst und die Berge aus einem ganz anderen Blickwinkel kennen. Doch sollte vorher unbedingt auf gute Planung, hochwertige Ausrüstung und ausreichend Training geachtet werden. So wird die Alpenüberquerung zu einem einzigartigen Erlebnis!