Hinter der ersten Transalp steckte weit mehr als nur die Idee und eine Landkarte

Andi Heckmair & der Deuter Bike 1 ©Martin Bissig

Andi Heckmairs Transalp

1990 schob sich Andi Heckmair vor seinem Haus in Oberstdorf ab mit dem Ziel, die Alpen mit dem Bike zu überqueren. Mountainbikes waren neu zu Beginn der 90er, die Alpen damit zu überqueren kam noch keinem in den Sinn. Heckmairs Idee war, über alte Säumerpfade einen möglichst direkten Weg nach Riva am Gardasee zu fahren. Der Begriff „Transalp“ wurde geboren und mit ihm eine neue Ära im Bikesport.

Der erste Gedanke an eine Alpenüberquerung per Fahrrad kam Heckmair, als er nach einem Lawinenunfall einen Oberschenkelhalsbruch auskurieren musste. Um sich die Zeit zu vertreiben las er viel. Der Auslöser seiner Idee war das Buch „Traumpfade, Saumpfade.“ Hier wurden alte Militär- und Transportpfade beschrieben. Da Heckmair selbst von Kindesbeinen an in den Bergen unterwegs war und als Bergführer Touren anbot wollte er herausfinden, ob es möglich ist, die Alpen nicht nur zu Fuß zu überschreiten, sondern sie mit dem Rad zu überqueren. Der beginnende Mountainbike-Boom der späten 80er Jahre mit den entsprechend stabilen Rädern kam gerade zur rechten Zeit.

Heckmair legte zunächst ein Lineal auf eine Karte und schob es hin und her, bis er in Richtung Riva eine scheinbar fahrbare Line entlang der Pässe zu sehen glaubte. Die Idee der ersten Alpenüberquerung nahm Gestalt an. Heckmair machte sich fortan während seiner Wochenenden auf, um die Strecke zu erkunden. Sein Ziel war einen Weg zu finden, der pro Tag maximal zwei Pässe zu befahren hatte.

Transalp-Logistik – die erste Herausforderung

Bei solch extremen Belastungen und schmalen, sich windenden und steilen Pfaden war Heckmair klar, dass er sich auch um sein Gepäck Gedanken machen musste. Transporttaschen waren wegen ihrer Größen und suboptimalen Gewichtsverteilung ausgeschlossen. Wanderrucksäcke waren zu schwer und klobig. Die Idee des ersten Bikerucksacks wurde im Zuge der ersten Transalp geboren.

Heckmair machte sich an Entwürfe für einen Rucksack, der es erlauben würde, lange Strecken auf dem Bike zu sitzen, mit optimaler Lastenverteilung und gutem Tragekomfort. Zudem sollte er groß genug sein, um Ausrüstung für mehrere Tage zu fassen und doch extrem leicht. Heckmair ging dann mit seinen Entwürfen auf die Suche nach einem Hersteller. Bernd Kullmann von Deuter war von der Idee überzeugt und so entstand der erste Bikerucksack der Welt: der Deuter Bike 1. Er fasste damals 24 Liter, war einfach aufgebaut und leicht und hatte bereits ein Belüftungssystem für den Rücken.

Deuter Bike 1 ©Martin Bissig

Die Heckmair-Route – Transalp Klassiker

Im Juli 1990 war es dann soweit. Heckmair glaubte, eine passende Route ausgetüftelt zu haben. Er machte sich mit zwei Freunden und der ersten auf dem Markt erhältlichen Federgabel von Oberstdorf nach Riva auf. Nach sieben Tagen erreichten sie ihr Ziel. Der erste Transalp war gefahren. Die Strecke ist heute immer noch als die Heckmair-Route bekannt. Berichte über die erste Transalp schlugen in der Biker-Community ein wie eine Bombe. Eine Alpenüberquerung mit dem Bike ist für jeden Mountainbiker seitdem ein Traum. Viele der Biker erfüllen ihn sich auch. Die Ur-Transalp, die Heckmair-Route, wird jährlich von über 10.000 Mountainbikern gefahren!

Transalp und Bike 1 – Evolution im Mountainbikesport

Heute gibt es viele Streckenführungen über die Alpen. Viele Varianten wurden im Laufe der Jahre entwickelt und es gibt mittlerweile ein regelrechtes Baukastensystem an Streckenabschnitten, die man sich selbst zusammenlegen kann, um seine ganz persönliche Transalp zu fahren. Doch als echter Alpenüberquerer muss man die originale Heckmair einfach gefahren sein!

Wie die Ur-Transalp hat sich auch der Deuter Bike 1 im Laufe der Jahre weiterentwickelt. Neue Materialien und neue Ansprüche der Biker haben dazu geführt, dass bei Deuter aus dem ersten Bikerucksack der Welt eine ganze Rucksacklinie für alle Spielarten des Bikens entstanden ist. Der Deuter Race ist speziell für Tagestouren konzipiert, für Rennradfahrer steht der windschnittige und leichte Deuter Road One parat, für ambitionierte Transalpfahrer wurde mit dem Deuter Trans Alpine ein eigener Rucksack für lange, harte Touren entwickelt und für Profi-Mountainbiker bietet der Deuter Attack mit integriertem Protektor Schutz auf härtesten Strecken. Zusätzlich gibt’s eine leicht zugängliche Tasche für’s Smartphone. Wer hätte das in den 80ern gedacht?!

Deuter Bike 1 18 SL
Deuter Bike 1 18 SL
Deuter Bike 1 20, limited Edition
Deuter Bike 1 20, limited Edition
Deuter BikeI Air EXP16
Deuter BikeI Air EXP16

Und Andi Heckmair? Der arbeitet heute noch mit Deuter zusammen. Er schnallt sich den Deuter Race X bei Tagestouren um und den Deuter Trans Alpine 25 bei längeren Strecken.