Deuter GmbH & Co. KG
 

 
Gipfelglück am Dhaulagiri I - 8.167 m!

Langsam bewegen wir uns die letzten Meter auf unser Basislager zu. Es ist 3.00 Uhr früh, David und ich sind sehr, sehr müde.

Unseren Traum, den Dhaulagiri zu besteigen und wieder gut hier unten anzukommen, konnten wir uns erfüllen!

Am 01.Mai um 12.00 Uhr mittags standen David und ich gemeinsam mit Ivan, Narcio, Ferran, Radek und Fernando am Gipfel des Dhaulagiri. Mir fällt es schwer, diesen Moment des ganz oben Ankommens in Worte zu fassen. Nach langer intensiver Vorbereitung, immer wieder kehrenden Träumen, äußerster Konzentration und Anstrengung stehen wir auf 8.167 m.

David und ich starteten um 3.00 Uhr früh von unserem kleinen Zelt auf 7.350 m. Es war bitterkalt. Das Thermometer zeigte -30 Grad. Immer wieder gab es Windböen mit Geschwindigkeiten um 50-60 km/h.

Auch in den anderen Zelten, z.B. bei den Spaniern mit Edurne war Bewegung zu spüren. Heute sollte unser Tag sein. Wir hofften auf das angekündigte Wetter, nur weniger Wind wäre ideal...

Bis zum Sonnenaufgang war ich damit beschäftigt, meine kalten Zehen und Finger in Bewegung zu halten. Das Fotografieren kostete mich Überwindung, durch den Wind war es sehr mühsam, aber wir wussten von Dr. Karl Gabl schon im Basislager, dass es so kommen sollte. Nach der Traverse auf ca. 7.800 m hatten wir bis zum Gipfelcouloir Blankeis.

Ein sehr langer, anstrengender Aufstieg, die letzten Meter bis zum felsigen Gipfelplateau sollte Ivan voraus, auf dem Weg zu seinem 14. Achttausender!!!

Ein ergreifender Augenblick, ein wunderbarer Moment....

Nun stand der Abstieg bevor. David und ich wollten noch bis ins Basislager hinunter. Wir trafen auf einige Bergsteiger, die noch im Aufstieg waren. Kurz vor der Traverse zog es völlig zu, wir warteten an einem kleinen Felsabsatz bis wir wieder Sicht hatten um weiter nach unten zu kommen.

Bei unserem kleinen Zelt angekommen, packten wir alles zusammen und stiegen weiter ab Richtung Basislager. Es wurde dunkel. Auf 6750 m - wo wir im Aufstieg eine Nacht verbrachten - pausierten wir, schmolzen Schnee um nochmals Kraft zu tanken für die letzten 2050 Höhenmeter bis ins Basislager.

Es war vollkommen still und dunkel als wir ankamen. Wir weckten unseren Koch Jannak, der völlig überrascht sofort seinen Kocher startete.
Um 5.00 Uhr lag ich in meinem Schlafsack. Völlig müde, konnte ich trotzdem nicht einschlafen. Der gesamte Aufstieg, vom Start hier im Basislager und wieder zurück ging mir durch den Kopf.

Dieses Mal hatte mich und uns der Dhaulagiri gewollt. Ich bin zutiefst zufrieden und sehr dankbar!!!

Nun hoffe ich sehr, dass auch bei Ralf am Makalu alles gut geht, er wird die nächsten Tage im Basislager verbringen und bei der hoffentlich nächsten Schönwetterphase den Gipfel versuchen.

Für Heute verabschiede ich mich wieder von euch. Vielen lieben Dank an Alle, die in Gedanken mit dabei waren und uns die Daumen gehalten hatten.

Ich melde mich wieder aus Kathmandu, wenn ich weiss, wann und wie es weitergehen wird.

Ganz herzliche Grüße,
Eure Gerlinde

aus dem Basislager am 3. Mai 2008