Deuter GmbH & Co. KG
 

 
Dann bricht er für drei Wochen nach Svalbard auf, dem nördlichsten Landstrich Europas, dessen bekanntester Teil die Region „Spitzbergen“ ist – und dem ganzen Gebiet oft fälschlicherweise Namensgeber ist. Dort wollen er und sein Reise-Kompagnon Hans Riesch (27) aus Bad Tölz unter dem Motto „Berge und Meer“ sportliche Extremleistungen vollbringen und sich dabei filmen lassen.  Unterstützt werden die beiden unter anderem von Deuter.


Das zweite Ziel der Expedition: die nördlichste Forschungsstation Europas, „Ny Alesund“; die ist mit Deutschen besetzt und dort wollen die beiden Snowboardlehrer und Mountain-Bike-Guides herausfinden, wie sich der Klimawandel auf die Gletscherregion auswirkt. „Schließlich wollen wir Wintersportler auch weiterhin in dieser faszinierenden Landschaft aktiv sein“, so Stoll. Begleitet werden sie vom Münchener Expeditionsfilmer Danny Strasser, der schon zahlreiche Dokumentationen über extreme Sportleistungen produziert hat – etwa den „Yukon Quest“, ein Schlittenhundrennen in Kanada. Außerdem im Team: der Wirt der Weilheimer Hütte am Krottenkopf, Christian Weiermann als Fotograf.

Berge, bis zum Meer befahrbar

Die Idee, Spitzbergen medienwirksam zu bereisen und dabei außer Sport auch etwas fürs Umweltbewusstsein zu tun, kam Stoll bei seiner Expedition 2006 nach Huaráz (Peru). Dort scheiterten er und Riesch zwar wegen schlechten Wetters an ihrem Ziel, den Artesonraju (6025 m, bis zu 60 Grad Gefälle) zu besteigen und abzufahren. Dennoch absolvierten sie zahlreiche Steilhänge und einige Erstbefahrungen. „Die Anden waren aber schon verdammt hoch und die Luft sehr dünn“, so Stoll. „Also haben wir uns gesagt, nächstes Jahr suchen wir uns was aus, was niedriger ist und die Berge bis zum Meer befahrbar sind.“ So war das Ziel schnell klar: Norwegens Norden. Stoll: „Da sind die Bedingungen ideal; gemäßigtes, arktisches Klima, weil der Golfstrom noch vorbeidreht.“ Dennoch sei es kalt genug (bis minus 40 Grad), exzellente Schneeverhältnisse garantiert. Außerdem biete die Natur dort ab Mitte April den größten Bonus: „Mitternachtssonne, 24 Stunden Sonnenlicht, ideale Bedingungen für Film und Fotografie.

Über Oslo und Tromsö will das Quartett nach Svalbard (wörtlich: „kalter Rand“), zwischen dem 76. und 81. Breitengrad gelegen, und 1000 Kilometer vom Nordpol entfernt. Dort bleiben sie in der Umgebung von „Loyngbyren“, einer 1800-Einwohner-Siedlung, wo sie sich mit Motorschlitten und großkalibrigen Waffen eindecken. Stoll: „Spitzbergen ist Eisbärenland und Waffen sind Pflicht.“

Zehn Tage soll es dann durch die Wildnis gehen, wobei Stoll und Riesch als Fahrer für Strassers Kamera agieren: „Steigungen bis 60 Grad – da würden sich die meisten ausfliegen lassen“, grinst Stoll. Anschließend besuchen sie die Klimaforscher in „Ny Alesund“. Für den Sport- und Naturfilm haben laut Stoll schon der „Discovery Channel“ sowie die Wissens-Magazine „Gallileo“ und „Welt der Wunder“ Interesse angemeldet.

Informationen im Internet unter www.powder-trails.de (Berny Stoll) und www.straightline-sports.com (Hans Riesch).

 

Von Christoph Ulrich